65. Jahrestag der Befreiung derÂ
Konzentrationslager und Folterstätten in Brandenburg
Veranstaltungen – 13. bis 25. April 2010
Die Veranstaltungen zum 65. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager und Folterstätten im Land Brandenburg nutzen der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Berlin-Brandenburg und zahlreiche Brandenburger Lesben-und Schwulengruppen dazu, auch an die wegen ihrer Homosexualität verfolgten Männer zu erinnern.
Vom 13. April bis zum 25. April finden an sechs Orten Gedenkveranstaltungen statt. In Brandenburg (Havel) wird zum ersten Mal an die homosexuellen Exekutions-Opfer des Zuchthauses Brandenburg Görden erinnert, Mitgetragen wird diese Erinnerung von der Gruppe "Queer an der Havel". In Wittstock (Dosse) wird im weiteren Verlauf des Jahres eine Ausstellung an den überlebenden Rosa-Winkel-Häftling Walter Timm erinnern, der nach der Befreiung vom Todesmarsch seine neue Heimat in der Prignitz fand; diese Ausstellung des LSVD wird auch von der Potsdamer Organisation AndersARTiG begleitet. Beim dezentralen Gedenken in der Gedenkstätte Sachsenhausen erinnert der LSVD an Walter Schwarze und das dezentrale Gedenken an das Männerlager in Ravensbrück wird sich nach den Veranstaltungen zum 60. und 61. Jahrestag erneut dieses bislang eher zu gering beachteten Lagerbereichs annehmen, hier beteiligen sich die Gruppe UM-Queer aus Templin und der Hollerhof (Zehdenick). Als Auftakt der Veranstaltungen erinnert der LSVD gemeinsam mit der Stadt Oranienburg am 13. April an das frühe KZ Oranienburg, das im Zentrum der Stadt gelegen war.
Die Gelegenheiten, gemeinsam mit Überlebenden des nationalsozialistischen Terror-Regimes der Greueltaten der Nazi-Herrschaft zu gedenken, werden geringer, je weniger Überlebende noch aus eigenem Erleben berichten und damit die Erinnerung wachhalten können. Für die Verfolgtengruppe der wegen ihrer Homosexualität Verfolgten ist es kaum noch möglich, mit überlebenden Zeitzeugen für die Schreckenszeit in Brandenburg zusammenzukommen, nach unserer Kenntnis lebt niemand mehr, der im Konzentrationslager Sachsenhausen, im Männerlager Ravensbrück oder im Zuchthaus Brandenburg von den Nazis geknechtet, gefoltert und misshandelt wurde. Diese absehbar wenigen Gelegenheiten, zumindest von Angehörigen anderer Verfolgtengruppen noch authentische Berichte hören zu können, sollten auch wir nicht verstreichen lassen. Zugleich gibt es noch immer Orte des Schreckens, die in ihrer Bedeutung für das Schicksal homosexueller Männer nicht annähernd beachtet und bedacht sind. Deshalb sollten wir zum 65. Jahrestag der Befreiung an diesen Orten nicht nur präsent sein, sondern auch an das Verfolgungsschicksal der homosexuellen Männer erinnern. Die in diesem Zusammenhang relevanten Orte sind (in der Reihenfolge der Veranstaltungsdaten):
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